Thomas Anz

Der Streit um Christa Wolf und die Intellektuellen im vereinten Deutschland

Im Jahr der politischen Vereinigung Deutschlands löste Christa Wolfs Erzählung Was bleibt unter Literaturkritikern und Schriftstellern einen heftigen Streit aus, dessen Resonanz rasch über die Grenzen Deutschlands und Europas hinausreichte. Dabei ging es von Beginn an um weit mehr als um Christa Wolf: um das Verhältnis der literarischen Intellektuellen zur Macht, um den Vergleich des SED-Regimes mit dem NS-Staat (in Anknüpfung an den Historikerstreit), um den "Utopieverlust" der Linken, um den westdeutschen Umgang mit der DDR-Kultur, um die Beziehung zwischen Moral und Ästhetik und nicht zuletzt um die Frage: Was bleibt nach dem Ende der deutschen Teilung von der Literatur der DDR und der alten Bundesrepublik? Der Literaturstreit hat dabei Anteil an kulturellen Umorientierungsprozessen, die mit den politischen Umbrüchen in Europa einhergehen.

 

Inhalt

1. Der westdeutsche Umgang mit der DDR

2. Eine alte Debatte: Exilliteratur kontra Innere Emigration

3. Die Vergleichbarkeit zwischen dem NS- und dem DDR-Regime

4. Ein Generationenkonflikt?

5. Die Intellektuellen und die deutsche Einheit

6. Ästhetik und Moral

7. Vergangenheitsbewältigung: Literatur und Staatssicherheit

8. Deutsche Kultur kontra westliche Zivilisation

Copyright by Thomas Anz (Der Aufsatz erschien zuerst in: German Monitor. Kulturstreit – Streitkultur. German Literature since the Wall. Ed. by Peter Monteath and Reinhard Alter, No.38, 1996, S.1-17.)

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